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Wie die Sonne unser Funkwetter nach den neuesten Fakten aus dem Jahr 2019 beeinflusst

Jeder Funkamateur hat sich bereits damit beschäftigt, wie die Sonne unser tägliches Funkgeschehen beeinflusst. Hier hauptsächlich im Kurzwellenbereich. Aber natürlich werden auch andere Frequenzbereiche mit beeinflusst.

Da Wissenschaftlern die Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte aus den Projekten SOHO sowie STEREO (Link s. Fußnote) zu wenig waren, entschloss man sich bei der NASA eine Sonde zur direkten Beobachtung kurz vor der Sonne zu platzieren. Dies stellte natürlich eine große Herausforderung an das neu entwickelte Beobachtungs- und Messgerät. Insbesondere der Hitzeschutz war am Anfang der Mission eine große Herausforderung, um so nah wie möglich an die Sonne zu gelangen.

Nachdem die Sonde nun nach relativ kurzer Zeit die Sonne erreicht hat, kommen nun die neuesten Erkenntnisse über das Zentralgestirn und wie es auch unser Hobby maßgeblich beeinflusst. Denn aufgrund der Nähe der Beobachtungsstation zur Sonne sind nun Neuigkeiten bzw. Fakten von der Sonde zur Erde gesendet worden, die man von einer irdischen Position nie hätte messen und sehen können.

PSP 1

PSP 2

Es gab nun diverse neue Erkenntnisse, die aber nicht alle unser Funkwetter betreffen und deshalb auch nicht in diesem Text erwähnt werden.

Zuerst möchte ich hier mit dem Sonnenwind beginnen. Wie vielleicht einigen bekannt sein dürfte, stützt sich die allgemeine Theorie auf die Parkerspirale (Link s. Fußnote) der Sonne. Also Spiralarme die von der Sonne ausgehen und die durch die Drehung der Sonne den Solarwind erzeugen und zusammen mit elektrischen Teilchen ins All geschleudert werden. Hier ging man bisher von einer gleichmäßigen Strahlung
aus. Dies ist jedoch nicht der Fall.

Um dies genauer zu erklären benötigt man eine Art Gleichnis. Die Spiralarme sind ähnlich einer FM Modulation. Also ein einfacher Träger welcher mit Plasma, elektrisch geladenen Teilchen sowie Magnetfeldern bestückt wird. Was jedoch die Bestückung so spannend macht ist, dass sich diese auf dem Weg zur Erde verändert. Denn so sind die sich bewegenden Magnetfelder auf dem Träger relativ aktiv und wechseln ihre Polung bei der Bewegung. Des Weiteren sind die Partikel von Ionen und Elektronen mit Ihren unterschiedlichen Ladungen variabel und gleichen einem Fluß mit Wasser. Da sich die Magnetfelder auf ihrem Weg verändern, bringen diese den Fluß der verschiedenen Teilchen in Unruhe und verursachen die Veränderung auf der Erde in unserem Funkgeschehen. Im Positiven und auch Negativen.

Denn aus der Unruhe ergeben sich dann auch die Umpolungen, die dann z. B. den langen oder kurzen Weg zu einer anderen Funkstation verursachen können. Und diese Wirbel sind besonders auf den höheren Bändern vermehrt spürbar. Denn fast jeder wird das Phänomen erlebt haben, gezielt mit einem Richtbeam in eine andere Richtung gefunkt zu haben als erwünscht.

Als nächstes wurden Sonnenaktivitäten gefunden, welche bis heute durch die Entfernung unerkannt geblieben sind. Es handelt sich auch um kleinere Masseauswürfe und Partikel, welche man aber nicht registrieren konnte. Diese Auswürfe sind jedoch nicht zu verwechseln mit den „Stealthy Mass Ejections“ welche am Rande bzw. im Inneren eines koronalen Loches von Wissenschaftlern zu beobachten waren. Somit also für das Funkwetter auf der Erde relevant aber absolut nicht vorhersehbar.

Abschließend sind noch weitere schwere Elemente bzw. Metalle erkannt worden, welche von der Sonne ins All geschleudert werden. Allerdings erreichen Diese nicht, wie z. B. das Edelmetall Gold, ansatzweise die Erde. Zudem ist die Sonne auch im Minimum ständig ungewöhnlich aktiv, wie man nun beobachten konnte. Diese Aktivitäten sind also normal und unabhängig von dem Zyklus welcher alle 10 bis 14 Jahre mit dem Wechsel der Polarität der Sonne einhergeht. Sie sind halt nur nicht Erdrelevant.

Insgesamt ist zu den neuen Fakten zu sagen, dass man sich nicht nur auf die diversen Vorhersagen verlassen darf. Denn nur die großen Dinge die auf der Sonne passieren sind vorherzusehen. Was aber die kleinen Phänomene durch ständige Drehung der Magnetfelder auf dem Weg zur Erde sowie die unterschiedlich intensive Bestückung des Solarwinds mit elektrisch geladenen Teilchen und dessen unterschiedlichen
Geschwindigkeit ist, wird immer eine Momentaufnahme sein.

Somit hat jede ungewöhnliche Funkverbindung wirklich eine QSL Karte verdient um sie gebührend zu dokumentieren.

Wir werden noch abwarten müssen, was die weiteren Geheimnisse der Sonne sind. Jedoch ist der Anfang in diesem Jahr gemacht worden und es wird sicherlich spannend weitergehen.


73,
Cornelius - DO1FER

 


Links
SOHO https://sohowww.nascom.nasa.gov
Stereo A https://stereo.gsfc.nasa.gov
Parkerspirale https://de.wikipedia.org/wiki/Heliosphärische_Stromschicht

 

Bilder: NASA / https://www.nasa.gov/content/goddard/parker-solar-probe