Amateurfunk - Ein Hobby mit vielen Facetten und unzähligen Möglichkeiten!

hafum.png

 

 

Fast jeder hat in der Sylvesternacht schon einmal versucht, die Familie oder Freunde für Neujahrsgrüße zu erreichen. Oft erfolglos, weil das Mobilfunknetz überlastet war. Ein ähnlicher Fall tritt ein, wenn der Strom für eine längere Zeit ausfällt. Die Menschen versuchen Ihre Liebsten zu erreichen und möchten wissen, ob es ihnen gut geht. Schon wenige Stunden nach dem Ausfall der Netzspannung ist die Akkupufferung der Mobilfunk-Basisstaionen erschöpft, Telefon und Internet nicht mehr verfügbar.

Wenn man selbst oder ein Mensch in der Nachbarschaft nun ärztliche Hilfe benötigt, sind die verbleibenden Möglichkeiten Hilfe zu rufen, überschaubar. Funkamateure können sich bei Ausfall der Netzspannung und/oder (Mobil-)Telefon mit akkuversorgter Technik untereinander verständigen und in Notsituationen helfen. Wer als Funkamateur in so einer Situation helfen möchte, übermittelt über eine Direktfrequenz oder eine akkugepufferte Relaisfunkstelle die entsprechende Mitteilung an andere Funkamateure. Diese kann von einem anderen Funkamateur, bei dem der Strom nicht ausgefallen ist oder der sich in der Nähe einer Hilfseinrichtung befindet, aufgenommen und entsprechend weitergeleitet werden.

Wer allerdings die Vorbereitung scheut, fummelt jetzt erst die 12-Volt-DC-Litze des Funkgerätes an die Anschlussklemmen des Akkus. Vorher muss vielleicht noch der Bananenstecker abgeschnitten und die Litze neu abisoliert werden, bevor sie notdürftig mit den Anschlussklemmen verbunden werden kann.

Vielleicht reicht aber auch schon das Hand- oder Mobilfunkgerät, wenn die nächste Relaisfunkstelle erreichbar und nicht vom Stromausfall betroffen oder Notstromversorgt ist. Wer sich darauf nicht verlassen möchte, macht sich im Vorfeld schon Gedanken, was er für den Betrieb ohne Netzspannung benötigt. Ein einheitlicher Steckverbinder für die 12-Volt-Spannungsversorgung der gesamten Funktechnik ist empfehlenswert und eine gute Basis. Die hier eingesetzten Steckverbinder sind Anderson PowerPole. Auch ein Adapter von anderen gängigen und verwendeten Steckverbindern auf das selbst verwendete System kann sinvoll sein.


Auch andere Netzteile lassen sich mit einem DIY Adapterkabel auf den gewünschten Steckverbinder-Typ "erweitern"

Vorhandene 12-V-Akkus werden ganz einfach für den Notstrombetrieb vorbereitet, indem ein kurzes DC-Kabel mit Sicherungshalter an den Akku angeschlossen und auf der anderen Seite mit einem (hier: PowerPole-) Steckverbinder versehen wird. Der Sicherungshalter sollte sich möglichst nahe an dem Akku befinden.

Sicherungshalter für KFZ-Flachsicherungen
Sicherungshalter in der Anschlussleitung, hier jeweils für Plus und Minus.

Die verwendeten Sicherungshalter, bis 30 A mit offenem Kabelende, finden sich unter der Bezeichnung SCI R3-47A im Elektronik-Versandhandel. Für die PowerPole-Steckverbinder werden die 30-A-Kontakte, das entspricht der mittleren Größe, benötigt. Ein DC-Kabel in beliebiger Länge, mit PowerPole-Steckverbindern auf jeder Seite, dient als Verbindungskabel zwischen Funkgerät und Akku. Da jeder PowerPole-Stecker auch gleichzeitig eine Buchse ist, kann das Kabel sowohl als Verlängerungs- als auch Verbindungskabel verwendet werden.

So vorbereitet, benötigt man bei bei einem Ausfall der Netzspannung nur wenige Sekunden, um qrv zu werden. Es muss nicht immer gleich der große und lange worst-case Stromausfall sein. Auch die kurzen Stromausfälle, die durchaus vorkommen, können unter anderem hervorragend für einen Test der vorbereiteten Technik sein.


2-in-1: Verbindungs- und Verlängerungskabel in Einem


PowerPole-Verbinder: Oben ein DIY 4-fach mit "angekletteter" Spannungsanzeige, unten ein gekauftes 6-fach-Modell


Gängige Adapter auf Bananenstecker/-buchsen, KFZ-12-V-Buchse und KFZ-12-V-Stecker


PowerPole 8-fach-Verteiler im Shack


Auch mit kleinen Akkus (12 Ah) ist man mehrere Stunden mit einem UKW-Funkgerät qrv (noch ohne Sicherung)

Alle drei bis sechs Monate werden die Akkus für ein paar Stunden an das Ladegerät angeschlossen, um der Selbstentladung entegenzuwirken. Zum Laden der Akkus verwende ich ein vollautomatisches mikroprozessorgesteuertes Batterieladegerät, für das ich mir den originalen Kabelsatz mit Ringkabelschuhen auf PowerPole umgebaut habe. So kann ich mit einem PowerPole-Verteiler bei Bedarf auch mehrere Akkus gleichzeitig laden und bei dieser Anwendung auf die originalen Korodilklemmen verzichten.

AGM-Akku mit CTEK MXS 5.0 Ladegerät
AGM-Akku und CTEK MXS 5.0 Ladegerät mit Adapter auf PowerPole-Steckverbindern

CTEK MXS 5.0 mit selbst erstellter Kurzanleitung
Selbsterstelle Kurzanleitung. Damit es im Notfall von jedermann bedient werden kann.


Dieser Bericht soll als Anregung für eigene Projekte dienen. An Vorschlägen zur Verbesserung der verwendeten Hardware und Anregungen bin ich natürlich interessiert.

Viel Spaß beim gemeinsamen Hobby Amateurfunk!

 

73 Stefan, DL1IN

 

E-Mail-Kontakt für Fragen und Anregungen: